HOCHTIEF in Groß Klein - Mit dem Bau der Fundamente von EnBW Baltic

Das deutsch-belgische Joint Venture HGN (HOCHTIEF Solutions AG - GeoSea NV - Nordsee Nassbagger- und Tiefbau GmbH) hat seine Basis im Klenow Tor im Rostocker Nordwesten gefunden. Im Sommer mit 40 Mitarbeitern auf 700 qm gestartet, ist das Team bereits auf 70 Mitarbeiter angewachsen und es wurden weitere 200 qm Büroflächen dazu gemietet. Die Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus HOCHTIEF Solutions und Unternehmen der belgischen Deme Gruppe, verantwortet Design, Fertigung, Transport und Installation der Fundamente des Offshore Windparks EnBW Baltic 2 nördlich der Insel Rügen.

Während der vergangenen drei Jahre agierte das Projektteam von Hamburg aus. Seit Juni 2013 - mit Beginn der Installationsphase - hat das Joint Venture seine Basis in der Hansestadt Rostock. „Hier sind wir nah an Produktion und Verladung der Komponenten für EnBW Baltic 2. Die Nähe zum Baufeld in der Ostsee ermöglicht kurze Wege“, so Claus Bieger, Projektmanager des Joint Ventures. Es werden 80.000 Tonnen Stahl verbaut, ein Großteil davon wird bei der EEW Special Pipe Constructions GmbH im Rostocker Seehafen produziert. Die meisten Mitarbeiter pendeln, einige haben sich aber auch mit großer Freude in Rostock niedergelassen, Wohnraum und Kitaplätze waren schnell gefunden. „Rostock ist sehr gut angebunden und verfügt über einen Flughafen. Das war uns bei der Entscheidung für die Hansestadt neben der guten Lebensqualität vor Ort wichtig“, erläutert Claus Bieger die Standortwahl. Auch er selbst sei jetzt gemeldeter und gefühlter Rostocker.

„Wir freuen uns sehr, dass auch international aufgestellte Unternehmen den Wirtschaftsstandort Rostock zu schätzen wissen“, sagt Christian Weiß, Geschäftsführer von Rostock Business. Die Rostocker Wirtschaftsförderung hatte bei der Umsetzung des Umzugs von Hamburg nach Rostock durch Büroflächensuche und Kontaktvermittlung vor Ort unterstützt und in regionale Netzwerke eingebunden. „Um dem spezialisierten Personalbedarf in der Branche der erneuerbaren Energien in Verbindung mit der maritimen Wirtschaft entsprechen zu können, ist eine enge Verzahnung mit den betreffenden Fachbereichen der Universität Rostock wichtig“, so Christian Weiß weiter. Vor allem Arbeitskräfte in den Bereichen Stahlbau und Qualitätsmanagement sind rar; das Fachpersonal für die Installation Offshore kommt momentan von der Nordsee an die Ostsee, denn dort wurden bereits zahlreiche Windparks installiert.

Projektmanager Claus Bieger steckt zwar mitten in der Installationsphase, blickt aber schon in die Zukunft: „Weitere Windparks in der Ostsee werden folgen, das Unternehmen HOCHTIEF wird sich auch unabhängig vom Joint Venture HGN weiterhin in der Hansestadt Rostock engagieren.“

EnBW Baltic 2

Die EnBW errichtet seit Mitte 2013 den Offshore Windpark EnBW Baltic 2 rund 32 Kilometer nördlich der Insel Rügen auf einem Areal von 27 Quadratkilometern. 80 Windenergieanlagen wird der Windpark umfassen. Das ist die vierfache Größe von EnBW Baltic 1 und ermöglicht die Erzeugung von sechsmal so viel Strom. 2014 wird die EnBW voraussichtlich die Windkraftanlagen von Sassnitz aus errichten und sukzessive in Betrieb nehmen. Je nach Wassertiefe werden als Fundamente sogenannte Monopiles oder dreibeinige Jackets eingesetzt. In der ersten Bauphase von EnBW Baltic 2 werden die Gründungspfähle der Jackets installiert - jeweils drei Pfähle sind nötig, um ein Jacket-Fundament im Meeresboden zu verankern. Ein Transportschiff bringt jeweils sechs Jacket-Pfähle von Rostock aus ins Baufeld. Dort nimmt die Installationsplattform "Goliath" die Pfähle mit einem Kran auf. Eine Ramme treibt die Pfähle anschließend bis zu 55 Meter in den Meeresboden. Im zweiten Arbeitsgang werden später die Jackets auf die Pfähle gesetzt und mit einem Spezialzement fest verbunden.

« Zurück

Ihre Ansprechpartner für Ihr Vorhaben.