Vom Meer in die Luft: Der DLRK 2015

Rostock (22.09.2015): Von 22. bis 24. September 2015 veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) den 64. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) in Rostock. Der DLRK findet seit 1952 jährlich statt und ist das wichtigste wissenschaftlich-technische Networking-Event auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt in Deutschland. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, Fachvorträge aus den verschiedensten Teilgebieten der Luft- und Raumfahrt zu verfolgen und sich mit den Teilnehmenden und Vortragenden auszutauschen.

Der DLRK 2015 umfasst ein wissenschaftliches Programm mit 320 Vorträgen und Postern in 88 Sitzungen. „Wir freuen uns auch dieses Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm präsentieren zu können“, sagt Prof. Rolf Henke, Präsident der DGLR. „Der DLRK zeigt die Vielfalt der Luft- und Raumfahrt aber auch die daraus entstehenden Herausforderungen. Wir bringen hier die Experten und Entscheider zusammen und sorgen so dafür, die Luft- und Raumfahrt weiter nach vorne zu bringen.“ Auch in diesem Jahr werden wieder rund 700 Teilnehmer für den Kongress erwartet.

Maritimer Standort für Luft- und Raumfahrt

Rostock zählt zwar nicht zu den klassischen Luft- und Raumfahrtstandorten, doch das Wachstum der Branche in den letzten Jahrzehnten hat sich auf die Hansestadt ausgewirkt. „Die Luft- und Raumfahrt ist eine Hightech-Industrie mit enormem Innovationspotenzial und zugleich ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Rostock. Hochqualifizierte Ingenieure und Techniker in der Hansestadt sind heute direkt an der Entwicklung, Konstruktion und Dokumentation von Luftfahrtprodukten beteiligt. Daher freut es mich außerordentlich, dass der 64. Deutsche Luft- und Raumfahrtkongress, als wichtigstes Wissenschafts- und Networking-Event der Luft- und Raumfahrtbranche Deutschlands hier in Rostock stattfindet“, so der Oberbürgermeister der Stadt, Roland Methling. Dabei zeigt Rostock besonders seinen Wert als Brücke zwischen der Luft- und Raumfahrt und einem maritimen Umfeld. Seit 2010 dient der Forschungshafen Rostock als maritimes Testfeld für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo.

Leuchtturm der Innovation

Die maritime Umgebung Rostocks inspirierte auch zum Motto des 64. DLRK. „Luft- und Raumfahrt – Leuchtturm der Innovation“ soll einerseits die Vorbildfunktion der Luft- und Raumfahrt in Deutschland deutlich machen und zum anderen auch die damit verbundene Verantwortung hervorheben.

So widmet sich das Programm der aktuellen und zukünftigen Forschung wie zum Beispiel neuen Flugtechnologien, dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus und effizienteren Antrieben in Luft- und Raumfahrt genauso wie vergangenen Erfolgen.

Dazu zählen zum Beispiel die Arbeit an Strahltriebwerken oder die erfolgreiche Mission zum, und Landung auf einem Kometen im November 2014, die beim DLRK in Rostock prämiert werden.

Ausgezeichnete Forschung

Besonders ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Dietmar Hennecke im Rahmen der DLRK-Eröffnungsveranstaltung am Dienstag. Er erhielt den Ludwig-Prandtl-Ring, die höchste Ehrung der DGLR, für seine Leistungen zur Entwicklung und zum Betrieb von Strahltriebwerkskomponenten. Bei einem Strahltriebwerk wird die Luft angesaugt, verdichtet, mit einem flüssigen Treibstoff vermischt, gezündet und dann verbrannt. Das entstehende Heißgas tritt aus und erzeugt einen Schub, der das Flugzeug antreibt.

Weitere Auszeichnungen erhalten am Mittwoch das Philae-Team um Dr. Stephan Ulamec und das Rosetta-Team unter der Leitung von Dr. Rainer Best und Gunther Lautenschläger. Für ihre Arbeit verleiht die DGLR die Wernher-von-Braun-Ehrung, die Teamehrung im Bereich Raumfahrt. Die Mission, aus Sonde Rosetta und Lander Philae bestehend, startete bereits 2004 von der Erde und führte zehn Jahre später eines der beeindrucktesten Manöver der Raumfahrtgeschichte durch: die erfolgreiche Landung auf einem Kometen.

Maritime Anwendungen der Luft- und Raumfahrt

Neben Flugmechanik und Kometenladung bietet der DLRK in diesem Jahr Zugang zu einem etwas anderen Luft- und Raumfahrtthema. Beim Sonderthema „Maritime Sicherheit und Anwendungen der Luft- und Raumfahrt“ geht es vom 23. bis 24. September in 30 Vorträgen, um den Einsatz von Satelliten und Flugzeugen für den Schiffsverkehr. Spezielle Beobachtungssatelliten oder gezielte Flüge können zum Beispiel den wachsenden Schiffsverkehr überwachen und Hilfe bei Umweltkatastrophen, Unfällen oder Piraterie bieten.

Dialog zwischen Piloten und Ingenieuren

Parallel zum Vortragsprogramm des DLRK findet am 23. September zum zweiten Mal die Sonderveranstaltung „Dialogtag Luftfahrt“ statt. Der Dialogtag Luftfahrt ermöglicht den direkten Austausch zwischen Theorie und Praxis. Hier treffen sich Piloten und Ingenieure, um sich über ihre jeweiligen Erfahrungen im Flugbetrieb auszutauschen und um Anforderungen und neue technologische Konzepte zu diskutieren. In diesem Jahr beschäftigt sich die Veranstaltung insbesondere mit den Schwerpunkten der Automatisierung in der Flugführung sowie der Integration von unbemannten Flugzeugen in den zivilen Luftraum.

Luft- und Raumfahrt für die Zukunft

Ein besonderes Augenmerk des DLRK liegt auch dieses Jahr wieder auf der Nachwuchsförderung. Denn für die Zukunft der Luft- und Raumfahrt reicht es nicht nur aus, die Forschung voranzubringen. Vor allem der wissenschaftlich-technische Nachwuchs muss gefördert werden, um auch weiterhin Innovationsfähigkeit zu gewährleisten. Aus diesem Grund erhalten 18 Jungwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler einen der begehrten Nachwuchspreise von Stiftungen und Unternehmen der Luft- und Raumfahrt.

Auch in diesem Jahr gibt es, unterstützt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die 100-Studenten-Aktion, bei der sich Studierende bewerben konnten und nun kostenlos am Kongress teilnehmen können. Das Programm gibt ihnen die Möglichkeit, sich mit Experten auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt auszutauschen, Ideen zu sammeln und Kontakte für ihre Zukunft zu knüpfen.

Für den jüngeren Nachwuchs bietet die DGLR am 24. September einen Schülertag an, um auch bei ihnen das Interesse für die Luft- und Raumfahrt zu wecken. In den Räumen der Universität Rostock können die 80 Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 18 Jahren selber Experimente durchführen und die Präsentationen von Experten verfolgen.

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