Zukunftskonferenz Wind & Maritim: Windenergiebranche trotz Enttäuschung weiter zuversichtlich

Unter dem Motto „Offshore-Strategie der Landesregierung – wieviel Windkraft kommt vom Meer?“ verkündete das Energieministerium M-V am 14. April 2015 die Pläne für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie im Küstenmeer Mecklenburg-Vorpommerns. Von den bislang möglichen 580 Quadratkilometern für Windparkflächen sind nunmehr weniger als ein Drittel übrig geblieben. „Eine Reduzierung der Offshore-Kulisse in diesem Umfang, und damit einhergehend des Marktpotentials, haben wir so nicht erwartet. Insofern ist die zunächst geäußerte Enttäuschung bei den Unternehmen der Branche verständlich“, sagte der Vorstandsvorsitzende des WindEnergy Network e. V. (WEN), Andree Iffländer, auf der heute in Rostock begonnenen „Zukunftskonferenz Wind & Maritim“. „Es ist nun aber wichtig, nach vorne zu schauen und das derzeit Machbare umzusetzen. Deshalb konzentrieren wir uns auf das Erreichen der Ziele in der aktuellen Energiepolitischen Konzeption für Mecklenburg-Vorpommern. Hierfür benötigen wir vor allem politische Verlässlichkeit und stabile Rahmenbedingungen“, so Iffländer weiter.

Der WindEnergy Network e. V. sieht in der Nutzung der Windenergie an Land und auf See nach wie vor eine der absehbar größten wirtschaftlichen Chancen für Mecklenburg-Vorpommern. Ökologisch zwingend notwendig, liefert sie zugleich einen wichtigen Beitrag für eine langfristig positive ökonomische Entwicklung. Traditionelle Hafen- und Werftstandorte bekommen neue Perspektiven, ebenso wie kleine und mittelständische Unternehmen im ganzen Land. Darüber hinaus ist unser Bundesland in der Lage, einen entscheidenden Beitrag zur grünen Energieversorgung Deutschlands zu leisten.

Die erst im Februar von Minister Pegel vorgestellte Energiepolitische Konzeption des Landes sieht vor, in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2025 mehr als 24 Terrawattstunden Strom (6,5% des Bedarfes in Deutschland) aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen. Dieses ambitionierte Ziel entspricht mindestens einer Verdreifachung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in nur zehn Jahren. Aufgrund der sehr langen, komplexen Planungsprozesse bis zur tatsächlichen Nutzung der Windenergie sind geeignete Rahmenbedingungen so zu setzen, dass diese Meilensteine der Energiewende auch erreichbar und zukünftig weitere Verzögerungen ausgeschlossen sind. Denn; die Verzögerungen führen zu Betriebsverlängerungen und dem Neubau von Kohlekraftwerken.

„Für die kontinuierliche Entwicklung ist es elementar, dass eine realisierbare Flächenkulisse für die Windenergienutzung an Land und zur See zur Verfügung steht – abgerundet durch einen detaillierten ‚Masterplan Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern‘“, fordert Andree Iffländer. „Das beinhaltet die gerichtsfeste Ausweisung von geeigneten Flächen unter Berücksichtigung nationaler und europäischer Regularien. Die Ziele der jetzt vorliegenden Energiepolitischen Konzeption für Mecklenburg-Vorpommern dürfen nicht ausgehebelt und verfehlt werden“, meinte Iffländer abschließend.

Die Windenergie als Teil des Energiemixes ist bereits heute ein wesentlicher Baustein der Energieversorgung und wird in Zukunft den wohl größten Anteil an der Stromerzeugung aller erneuerbaren Energien stellen. Die Nordost-Region (M-V) gehört mit über 2.706 Megawatt installierter Onshore-Windenergieleistung und 1.742 Windenergieanlagen zu den führenden Regionen Deutschlands (Stand: 31.12.2014, Quelle: Deutsche WindGuard GmbH).

Auf Einladung des WindEnergy Network e. V. (WEN) sind mehr als 350 Branchenexperten (u. a. aus Dänemark, Großbritannien, Österreich und Polen sowie aus ganz Deutschland) von ca. 150 namhaften Unternehmen zur Zukunftskonferenz Wind & Maritim nach Rostock gekommen. Zu ihnen gehören unter anderem Iberdrola, E.ON, EnBW, Alstom, 50 Hertz, Bohlen & Doyen sowie Nordic Yards. Hinzu kommen Branchenexperten vom Forschungszentrum Jülich, der Jade Hochschule, der Universität Rostock, der Stiftung OFFSHORE WINDENERGIE und dem Bundesverband Windenergie (BWE).

Die Branche sucht im Zuge der Energiewende nach Partnern und Synergien. Für die Errichtung und Wartung von Offshore-Windparks bedarf es meerestechnischer Kenntnisse, Produkte und Dienstleistungen aus der Maritimen Wirtschaft, die von Schifffahrt, Häfen und Schiffstechnik angeboten werden. Ziel der Zukunftskonferenz „Wind & Maritim“ ist es daher auch, die Windenergie mit der maritimen Wirtschaft als Partner der Energiewende zu vernetzen.

In diversen Fachvorträgen berichten Unternehmen auf der Konferenz über aktuelle Markt- und Technologietrends. So werden u. a. ein Radargestütztes System zur Befeuerung von Windenergieanlagen an Land, ein System zur flexiblen Bearbeitung von Rotorblättern mit mobilen Robotern oder auch die Automatisierte Fertigung von Rohrknoten für  Offshore-Fundamentstrukturen vorgestellt. Eine begleitende Fachausstellung führender Unternehmen aus den Branchen rundet das Programm ab.

Der WindEnergy Network e. V.  (WEN) hat das Ziel, die Nordost-Region zu einer der führenden Regionen mit Windenergie-Kompetenz in Deutschland weiterzuentwickeln. Zum 2005 gegründeten Verein gehören mittlerweile mehr als 120 namenhafte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Als führendes Unternehmensnetzwerk für Windenergie in der Nordost-Region agiert der WindEnergy Network e. V. als bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore- und Onshore-Windenergiebranche. Der Verein versteht sich als Plattform der gesamten Wertschöpfungskette der Branche und setzt sich durch aktive Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung, Bündelung von Informationen und Know-how für deren Stärkung ein. Der Verein war 2012 Mitbegründer der Offshore Wind Industrie Allianz (OWIA) in Berlin und kooperiert innerhalb dieses Netzwerkes mit den Partnerverbändern aller Küstenbundesländer. Weitere Informationen finden Sie hier.

« Zurück

Ihre Ansprechpartner für Ihr Vorhaben.