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Fachleuten den Hof gemacht

Bei der Experten- Jobmesse „Rostock Professionals“ stellten sich am Samstag Firmen Bewerbern vor. Fast 800 Gespräche wurden geführt.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt.

Raik Gartmann (20) hat vorsorglich ein paar Bewerbungsmappen eingesteckt. Vielleicht ergibt sich ja etwas beim Kontaktmachen auf der Experten-Jobmesse „Rostock Professionals“. Ins Unimax auf dem Campus Ulmenstraße geladen, hatte am Samstag die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rostock Business gemeinsam mit Partnern wie Industrie- und Handelskammer und Arbeitsagentur. Das Ziel: Firmen stellen sich qualifizierten Bewerbern vor und bieten Arbeitsplätze. Fachpersonal soll so im Land gehalten werden.
„Ein gutes Paket, was hier für uns geschnürt wird“, findet Wolfgang Conrad vom Windkraftanlagenhersteller Suzlon. Die Firma könne sich präsentieren und ins Gespräch kommen mit Bewerbern, die bei solch einer Messe möglicherweise eine geringere Hemmschwelle hätten Fragen zu stellen, als beim Einstellungsgespräch im Geschäftszimmer.
Christian Cammin (27) ist einer von denen, die sich an den Firmenständen drängen. Er wird bald sein BWL-Studium abschließen und will sich ein Überblick verschaffen, welche Firmen sich bei der Messe präsentieren. Um einen Arbeitsplatz in der Region geht es ihm nur in zweiter Linie: „Viele Unternehmen sind ja deutschlandweit oder auch im Ausland tätig. Ich wollte einmal sehen, welche Stellen frei sind.“ Eine Eigendynamik, die Messemacher wohl akzeptieren müssen, wollen sie Fachkräfte regional binden. Denn natürlich schauen die Studenten auch über den Tellerrand, und erfolgreiche Firmen präsentieren ihr Unternehmen samt verschiedener Standorte voller Stolz. „Flexibilität und Reisebereitschaft wird überall vorausgesetzt“, sagt Cammin.
Rostock-Business-Chef Michael Sturm zeigt sich zufrieden: „Der Zulauf beweist das Interesse an solch einer Veranstaltung.“ Eine erste Bilanz: 780 Bewerbungs- und Informationsgespräche wurden an den Ständen geführt, 272 vertiefende Kontakte (Bewerbungen u.ä.) vereinbart. Schon im Vorfeld der Job-Messe gab es über das Portal www.rostock-professionals.de 327 Bewerbungen für die darin aufgeführten Stellenanzeigen.
Der größte Teil der Besucher kam aus Rostock und Umgebung. Aber auch potenzielle „Heimkehrer“, die durch den Beruf zurück nach Rostock wollen, informierten sich über die beruflichen Perspektiven. Den längsten Weg nahmen Jobsuchende aus Bamberg, Nürnberg, Saarbrücken und Köln auf sich. Rostock Business hatte für die Spezialistenplattform „Rostock Professionals“ in überregionalen Medien geworben.
Die Rolle der Universität als Wirtschaftsfaktor für die Hansestadt würdigte Finanzsenator Georg Scholze (CDU) in seinem Grußwort. „Rostock ist der Wirtschaftsmotor im Land.“ Durch das Wachstum und die Studenten verzeichne die Hansestadt wieder steigende Einwohnerzahlen. Worte, die der Prorektor der Universität Rostock, Ronald Redmer, gerne hörte. „Die Uni liefert der Wirtschaft gute Leute“, sagte er und erinnerte daran, dass die Universität schon 1997 als erste bundesweit eine Abteilung gründete, die sich um direkte Kontakte zur Wirtschaft kümmert.
Den direkten Kontakt sucht jetzt auch Informatikerin Maria Schmidt (30). Die Elternzeit ist zu Ende, ein Job noch nicht in Sicht: „Man muss sich umsehen, die Stelle suchen, die zu einem passt“, sagt sie und erzählt von ihrem Fach und ihren Fähigkeiten. Sie tut es mit einem Lächeln und im Zuhörer entsteht das Gefühl: Diese junge Frau würde einer Firma im Land bestimmt gut tun.

NICK VOGLER und ANDREAS EBEL

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