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Vor vier Jahren arbeiteten beim Stent-Hersteller Cortronik noch 36 Mitarbeiter. In diesen Tagen wird der 100. eingestellt. Warnemünde Im Mai kam die Römerin Anna Mirabelli (28) über Belgien nach Warnemünde. Die Italienerin arbeitet an der Entwicklung eines medikamentenbeschichteten Stents mit. „Wir haben sie von der Konkurrenz geholt“, freut sich Carsten Momma (44), Betriebsstättenleiter von Cortronik. Gleichwohl weiß er, dass es sich immer schwieriger gestaltet, geeignetes Personal für die 100-prozentige Tochter der Biotronik AG aus Bülach zu finden. Das benötigt der Stent-Hersteller und -Entwickler jedoch, wenn sich das stetige Wachstum fortsetzen soll. Mit drei Leuten startete das Unternehmen 1998, 2003 beschäftigte Cortronik 36 Mitarbeiter und „in absehbarer Zeit“ wird der 100. Arbeitsvertrag unterschrieben. Carsten Momma ist selbst gespannt, ob der neue Kollege ein Ingenieur wird oder in der Produktion arbeitet. Für letzteren Bereich stellte Cortronik gern Zahntechniker ein. Weil die filigran arbeiten können und sich mit Mikroskopen auskennen, so Momma. Zur Zeit arbeitet das Unternehmen mit Zeitarbeitsfirmen. „Wir suchen uns die guten Leute raus und stellen sie ein.“ Wenn es um Ingenieure geht, gestaltet sich die Personalsuche schwieriger. Allerdings profitiert Cortronik von der Ausbildung von Biomedizintechnikern an der Universität und rekrutiert dort Absolventen. Die Nähe zum Verein Institut für Implantat-Technologie und Biomaterialien (IIB) um Professor Klaus-Peter Schmitz im Technologiezentrum gab seinerzeit den Ausschlag sich am Standort Warnemünde anzusiedeln. Die Suche nach erfahrenen Leuten mit spezieller Kompetenz gestaltet sich dagegen problematisch, weiß der promovierte Laserphysiker Momma. Um Leute aus Süddeutschland oder Hamburg für den Standort zu erwärmen, gilt es Vorbehalte abzubauen. „Das gelingt, wenn wir als Unternehmen attraktiv sind.“ Anna Mirabelli sei dafür ein gutes Beispiel. Denn in der Region Rostock lasse es sich leben, weshalb Cortronik auch die Initiative von Rostock Business begrüßt, mit der Aktion „Rostock professionals“ Standortwerbung zu betreiben. Cortronik biete mit der Medizintechnik ein attraktives Arbeitsfeld. Carsten Momma: „Wir stellen ja keine Tretminen her.“ Cortronik beziehungsweise Biotronik rückt langsam in die Nähe der großen amerikanischen Hersteller, glaubt der 44-Jährige. „Wir haben in Europa einen Marktanteil von zehn Prozent“, berichtet Carsten Momma. Gleichwohl beobachtet er genau, dass in Asien, speziell China Konkurrenz entsteht. Bei den Personalkosten kann Deutschland nicht mithalten, deshalb sind Qualität und vor allem die Optimierung der Prozesse für Cortronik so wichtig. Das gilt auch für die Entwicklung neuer Produkte. So arbeitet das Unternehmen an einem resorbierbaren Stent, der sich selbst auflöst, und an der Beschichtung mit Medikamenten. Stents sind ein Wachstumsmarkt, sagt Carsten Momma. Zumal sie nicht mehr nur im Herzen, sondern zunehmend auch in anderen Teilen des Körpers eingesetzt werden.
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